Basstölpel – Seevogel des Jahres 2016

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Jordsand hat gewählt

Die Wahl zum Seevogel des Jahres fiel dieses Jahr auf Morus bassanus, den Basstölpel. Der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur hat ihn als „Wappentier“ für das Jahr 2016 erwählt. In Deutschland ist er als Brutvogel ein Neuankömmling und nur auf der Insel Helgoland anzutreffen. Erst 1991 haben die sich die gänsegroßen Vögel auf Deutschlands einziger Hochseeinsel niedergelassen. Die Brutkolonie befindet sich im Oberland, entlang der Vogelfelsen und besteht momentan aus ca. 680 Paaren.

Basstölpel - Seevogel des Jahres 2016

Der Basstölpel (Morus bassanus) ist Seevogel des Jahres 2016

Der Basstölpel verdankt seinen Namen der Insel schottischen Insel Bass Rock im Firth of Forth, einer Meeresbucht in der Nähe von Edinburgh. Die Kolonie auf diesem Fels wurde Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Die Vögel wurden damals Solan Goose genannt und dienten als Nahrungsquelle. Nach wie vor existieren die größten Kolonien, in denen die Vögel oft nur im Meterabstand nisten, in Großbritannien. Besonders beeindruckende Brutstätten findet man unter anderem auf der Insel Unst, dem nördlichsten Eiland des Vereinigten Königreiches.

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Die Insel Unst gehört zu dem Archipel der Shetland Inseln

Der Gesamtbestand der Basstölpel im Nordatlantik wird auf 950.000 bis 1,2 Millionen Stück  geschätzt. Davon brüten etwa 80 Prozent in Europa, der Rest an Kanadas Ostküste. Die größte Kolonien in Großbritannien und Irland bestehen aus über 225.000  Brutpaaren.

Basstölpel - Seevogel des Jahres 2016

Markant ist das schneeweiße Gefieder und ihr gelber / apricot-farbener Hinterkopf

Artensteckbrief

(Herausgeber: Verein Jordsand)

Ordnung: Phalacrocoraciformes (Kormoranvögel) / Familie: Sulidae (Tölpel) / Art: Morus bassanus (Basstölpel) [früher: Sula bassana]

Lebensraum: Meeresvogel. Brütet auf Inseln beiderseits des Nordatlantiks (vereinzelt an Festlandkliffs). Nachgewiesene Brutkolonien in Großbritannien, Irland, Frankreich, Deutschland (Helgoland), Dänemark (Färöer-Inseln), Island, Norwegen und Russland (Barentsee) sowie an der Ostküste Kanadas.

Beschreibung: Körpergröße bis zu 100 cm lang Spannweite. 165 bis 180 Zentimeter. Gewicht: 2.300-3.600 Gramm. Stromlinienförmiger Körper, langflügelig, Starker spitzer Schnabel. Altvögel: Weiß mit gelbem bis apricot-farbenem Kopf, schwarze Flügelspitzen. Jungvögel schwärzlich-braun, vom 2.-4. Lebensjahr zunehmend weiß. Stimme: Raues „arrah-arrah“ in schneller Folge und andere gutturale Rufe.

Brutsaison: Ende März bis April. 1 Ei. Brutdauer: 42-46 Tage. Nestlingszeit: 84-97 Tage. Geschlechtsreif meist 5. Lebensjahr. Große Partnertreue.

Alter/Sterblichkeit: Ältester Ringvogel 37 Jahre, 5 Monate. Sterblichkeit: Im 1. Lebensjahr über 60 %, ca. 25% erreichen die Geschlechtsreife (Brutalter).

Jagdverhalten und Nahrung: Schwarmfische, vor allem Makrelen, Heringe, Sandaale, Sprotten. Rasanter Stoßtaucher auf Beute aus 10-40 Metern Höhe.  Tauchtiefe meist bis 4, maximal 22 Meter. Jagdgebiet bis über 500 km von Kolonie entfernt.

Verhalten: Imposante Balz mit lautstarken Begrüßungs- und Beschnäbelungszeremonien während der Balz und bei Brutablösung. Geringe Fluchtdistanz. So auf Helgoland auf unter 10 Metern zu bewundern.

Wanderungen: Teil- und Langstreckenzieher entlang des Kontinentalschelfs bis tropisches Westafrika bzw. Golf von Mexiko. Überwintert auch in Nordsee und Irischer See. Regelmäßig im Mittelmeer, vereinzelt Ostsee. Von Stürmen Verschlagene im Binnenland.

Gefahren: Tod durch Ertrinken in Fischernetzen und driftenden Netzresten. Strangulation am Brutplatz in Netzresten und Leinen aus Meeresmüll, die in Nester verbaut werden. Offshore-Windanlagen werden gemieden oder mit Gefahr der Kollision durchflogen. Meeres-Windparks schränken Nahrungsgründe ein. Bei Ölpestfällen früher große Verluste.

Verfolgung und Schutzstatus: Jagd bis auf wenige Ausnahmen verboten. In Westafrika vereinzelt offenbar gezielter kommerzieller Fang. EU-weit nicht gefährdet. In Deutschland aufgrund des einzigen Brutplatzes Helgoland als Art mit eng begrenztem Vorkommen auf der Roten Liste eingetragen.

 

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Spektakulär sind die bis zu 100 km/h schnellen Sturzflüge aus bis zu 40 Metern Höhe,

 

Basstölpel - Seevogel des Jahres 2016

Der Name „Tölpel“ beschreibt übrigens den unbeholfenen Watschelgang der Vögel an Land.

 

Die Aufnahmen entstanden auf  Helogoland, den Orkneys und den Shetlands.
 

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