Ein Baum voller Waldohreulen

Bis zu 16 Waldohreulen sitzen gleichzeitig auf der Lärche neben dem Maibaum in Attaching

Was für eine Überraschung!

In Attaching, einem Ortsteil der Kreisstadt Freising hat sich ein Trupp Waldohreulen eine große Lärche als Schlafbaum und Winterquartier ausgesucht. Mitten im Ort, keine 20m vom Maibaum entfernt und das Ganze quasi in Sichtweite zum Flughafen München. Der Lärm der sogenannten Zivilisation scheint die Tiere überhaupt nicht zu stören. Egal ob staunende Menschen oder vorbeifahrende Autos. Im Gegenteil: Gelangweilt schauen die Vögel dem Treiben zwei Etagen weiter unten zu und genießen dabei die Wintersonne.

Wintergäste in Freising – Waldohreulen aus dem hohen Norden

Ein Baum voller Waldohreulen
 Waldohreule (Asio otus)

An Spitzentagen konnte man bis zu 16 Tiere gleichzeitig auf dem Baum sitzen sehen. Warum die Vögel ausgerechnet diese Lärche als besonders geeignet erachtet haben ist nicht genau nachvollziehbar. Vielleicht ist es gerade die Nähe zum Flughafen in Coronazeiten. Große freie Flächen, weitgehend menschenleer, mit nur wenig Störungen durch den Restflugverkehr. Die nahe Isar sorgt für eher mildere Wintertemperaturen und das Freisinger Moos, mit den Schutzflächen bietet dann doch noch eine ausreichende Nahrungsgrundlage für die Waldohreule.

Ein Baum voller Waldohreulen

Wikipedia schreibt:

„Die Waldohreule hat mit einer Körperlänge von etwa 36 cm und einer Flügelspannweite von 95 cm etwa die Größe eines Waldkauzes. Sie ist jedoch wesentlich schlanker und mit einem Gewicht von 220 bis 280 Gramm (Männchen) bzw. 250 bis 370 Gramm (Weibchen) erheblich leichter. Auffallende, große Federohren kennzeichnen diese Art. Die Federohren haben keine Funktion im Zusammenhang mit der Hörleistung der Eule. Zur Verstärkung der Hörleistung dient vielmehr der bei der Waldohreule auffällige Gesichtsschleier. Das Gesicht wird durch eine auffällig hervorstehende Stirnbefiederung geteilt.“

Ein Baum voller Waldohreulen
Federohren und Gesichtsschleier

Eigentlich hat es die Waldohreule gar nicht so sehr mit dem dichten Wald. Das bevorzugte Habitat ist eher der lichte Waldrand als Ruhe- und Schlafzone. Gejagt wird während der Nacht im offenem Gelände davor. Der Nachwuchs wird meistens in verlassenen Krähen- oder Elsternestern aufgezogen.

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