Natur des Jahres

Seit 1971 werden in Deutschland jährlich Individuen zum „… des Jahres“ ausgezeichnet. Der „Bund für Vogelschutz“ (heute: NABU) begann vor mehr als 40 Jahren mit dem „Vogel des Jahres“. Handelte es sich ursprünglich darum, eine besonders bedrohte Art in das Rampenlicht der Öffentlichkeit zu heben, so steht der Vogel des Jahres heute meist für einen Lebensraum, dem der Verband sein besonderes Augenmerk widmen will. So ist es auch erklärlich, dass einige Arten bereits zum zweiten Mal ausgewählt wurden.

Immer mehr Organisationen haben sich im Laufe der Zeit vergleichbaren Zielen verschrieben, so dass es zu einer ganzen Reihe von „Naturen des Jahres“ gekommen ist.

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Seevogel des Jahres 2016 – Basstölpel (Morus bassanus)

 

Vogel des Jahres 2015 - Der Habicht (Accipter gentilis)

Vogel des Jahres 2015 – Der Habicht (Accipter gentilis)

 

Natur des Jahres

(Wild-)Tier des Jahres 2015 – der Feldhase (Lepus europaeus)

Der Feldhase (Lepus europaeus) findet nur noch schwer den benötigten Lebensraum, er steht für den Niedergang der Artenvielfalt auf Feldern und Wiesen. Die intensive Landwirtschaft mit großen Düngemengen und einer perfektionierten Erntetechnik macht nicht nur dem Feldhasen das Überleben schwer. Rebhuhn, Feldhamster und anderes Bewohner offener Flächen benötigen ebenfalls Erntereste als Winterfutter, sowie Ackerrandreifen und kleinere Gehölze um zu verstecken.

Natur des Jahres

Der Austernfischer ist der Seevogel des Jahres 2014

Der Verein Jordsand hat den schwarz-weiß-roten Vogel ausgewählt, um auf den starken Rückgang dieser Art hinzuweisen.

Allein im schleswig-holsteinischen Wattenmeer sank die Zahl der Brutpaare in den letzten 15 bis 20 Jahren um 50 Prozent. Insgesamt brüten an der deutschen Nordseeküste nur noch ca. 25.000 Paare. Europaweit nahmen die Bestände von rund einer Million auf etwa 800.000 ab.
Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine Hauptnahrungsquelle der Vögel, die Herz- und Miesmuscheln, nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. Der Anstieg des Meeresspiegels lässt das Wasser im flachen Watt höher auflaufen, den Vögeln verbleibt weniger Zeit für die Suche nach Muscheln und Wattwürmern. Gleichzeitig breiten sich, begünstigt durch den Klimawandel, gebietsfremde Wattbewohner immer stärker aus, die die Nahrungsquellen der Austernfischer fortwährend stärker verdrängen.

(Wild-) Tier des Jahres 2014 – Wisent (Bison bonasus)

Wisente (Europäischer Bison) kamen noch bis in das frühe Mittelalter in den gemäßigten Laub-, Nadel- und Mischwälder Europas vor. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Wisent als Wildtier ausgestorben, die letzten Tiere wurde 1927 im Kaukasus erlegt. Alle heute lebenden Wisente stammen von nur zwölf – in Zoos und Tiergehegen gepflegten – Gruppen ab. Jedes reinblütige Wisent ist in dem Weltzuchtbuch, das im Białowieża-Nationalpark (Polen und Weißrussland) geführt wird, registriert. Seit 1952 wird die Auswilderung der Waldbüffel an verschiebenden europäischen Standorten probiert, so lebt seit 2013 im Rothaargebirge eine acht-köpfige Wisentherde.

Fisch des Jahres 2014 – der Stör (Acipenseridae)

Seit 1984 wird mit dem „Fisch des Jahres“ auf eine Art aufmerksam gemacht, die infolge schädigender Einflüsse auf die Gewässer oder aus anderen Gründen stark beeinträchtigt oder gar vom Aussterben bedroht ist. Im weitesten Sinne geht es auch in diesen Projekten nicht ausschließlich um den direkten Artenschutz, vielmehr stehen die Ökosysteme als Ganzes im Mittelpunkt.
Zwei Unterarten des Störs waren bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland heimisch: Der europäische und der atlantische Stör. Beide Arten sind freilebend als ausgestorben zu betrachten. Der Verlust von Laichplätzen, die Veränderungen der Gewässerstruktur durch Flußbergardigungen und Baumaßnahmen, sowie Verschmutzung und Überfischung sind Hauptursachen für das Verschwinden des Störs.

Vogel des Jahres 2012 – Dohle (Corvus monedula)

Die Dohle ist ein „klassischer“ Vertreter in dieser Kategorie. Der NABU will insbesondere auf den veränderten Lebensraum der Tiere aufmerksam machen. Der kleinste Vertreter der Rabenvögel bevorzugt Nistplätze an hoch gelegene Standorte, abseits des menschlichen Wirkungskreises. Die Nähe zu Städten und Gemeinden ist, aufgrund der guten Futterlage, dennoch beliebt. Türme, alte Schornsteine, ruhige Dachböden mit ausreichenden Unterschlupfmöglichkeiten werden von den Vögeln bewusst ausgesucht, um hier ihre Jungen groß zu ziehen.

Baum des Jahres 2012 – europäische Lärche (Larix decidua)

Die Lärche ist für Europa ein außergewöhnlicher Baum: Sie ist der einzige heimische Nadelbaum, der im Herbst seine Nadel goldgelb verfärbt und diese wie ein Laubbaum ab wirft. Ursprünglich war die Lärche ein Baum der Alpen. Doch inzwischen wächst sie beinahe überall in den mitteleuropäischen Wäldern. Als Vertreterin der Lichtbaumarten benötigt die Lärche selbst viel Licht, lässt aber auch genügend Licht zum Boden, wo junge Lärchen und andere Baumarten günstige Bedingungen zum Heranwachsen finden. In städtischen Anlagen oder Parks ist der Baum vermehrt zu finden, da er entscheidend zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten beiträgt.

Natur des Jahres

(Wild-) Tier des Jahres 2011 – eurasischer Luchs (nordischer Luchs) (Lynx lynx)

Die Wiederansiedlung des europäischen Luchses im Bayerischen Wald und im Harz stand im Mittelpunkt dieses Projektjahres. So wurden zwischen Sommer 2000 und Herbst 2006 im Nationalpark Harz insgesamt 24 Luchse (9 Männchen und 15 Weibchen) ausgewildert. Auch hier ist der Lebensraum der entschiedene Faktor zum Gelingen des Projektes. Luchse durchstreifen als Einzelgänger ein riesiges Revier, das möglichst nur durch wenige Straßen oder Ansiedlungen durchschnitten sein sollte. In den Nationalparks Bayerischen Wald und Šumava arbeiten Forscher und Wildhüter inzwischen länderübergreifend an dem gemeinsamen Projekt.

Natur des Jahres

Vogel des Jahres 2011 – Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)

Der Gartenrotschwanz war in unserem Garten ein eher seltener Gast, der nur von Zeit zu Zeit durch seine markanten Rufe in Erscheinung trat. Dies änderte sich schlagartig, nachdem wir im Frühjahr 2011 einen kleinen Teich angelegt hatten. Von nun an war ein Brutpaar, und später auch die Jungvögel, den ganzen Sommer über zu beobachten. Der Teich war vom ersten Augenblick an ein Magnet für Insekten aller Art, so dass dieser spezialisierte Insektenjäger nicht lange auf sich warten ließ.

(Wild-) Tier des Jahres 2010 – europäische Dachs (Meles meles)

Der Dachs ist in Deutschland in den 1950er bis 1970er Jahren stark in Bedrängnis geraten. Zur Bekämpfung des Fuchsbandwurms wurden Fuchspopulationen und deren Bauten systematisch zerstört. Der Dachs, der in direkter räumlicher Nähe zum Fuchs lebt, und auch dessen Höhlengänge für seinen eigenen Nachwuchs nutzt, ist auf diese Weise an den Rand der Ausrottung gebracht worden.

Vogel des Jahres 2010 – Kormoran (Phalacrocorax carbo)

„Der Kormoran gehört abgeschossen, denn er ist eine Bedrohung für den ganzen Berufsstand, da er alle Fische auffrisst!“, so ist die Einstellung vieler Fischer, aber darf man Tiere einfach jagen, nur weil sie auch etwas fressen wollen? Meiner Meinung nach, sollten wir den Kormoran schützen, wie jedes andere Tier!

Mit diesem Bild und dem Begleittext hat mein Sohn an dem Fotowettbewerb „Natur im Fokus 2010“ erfolgreich (platziert unter den ersten zehn Fotos in seiner Altersklasse) teilgenommen.

(Wild-) Tier des Jahres 2009 – Igel (Erinaceus) hier: Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)

Das Aussehen dieser dämmerungs- und nachtaktiven Tieren kann jedes Kind auf Anhieb beschreiben. Der Igel hat seinen festen Platz in der Sagen-, Fabel- und Bücherwelt. Es gibt kaum ein Kinderzimmer in dem man kein Buch mit Geschichten über Igel und ihre Taten finden kann.Sein Stachelkleid, sowie die Fähigkeit sich bei Gefahr zu einer Kugel einzurollen, unterscheidet den Igel von allen anderen heimischen Tieren. Erdgeschichtlich gehören Igel zu den ältesten noch existierenden Säugetierformen. Ihre Vorfahren lebten schon vor etwa 65 Millionen Jahren, ihr jetzigen Aussehen besitzen die Stacheltiere seit circa 15 Millionen Jahren. Igel besitzen bei der Geburt bereits an die 100 zunächst in die aufgequollene Rückenhaut eingebettete weiße Stacheln, ausgewachsene Tiere haben rund 6000 bis 8000 Stacheln.

Vogel des Jahres 2009 / 1973 – Eisvogel (Alcedo atthis)

 

Heilpflanze des Jahres 2009 – Ringelblume (Calendula officinalis)

Sie blüht leuchtend gelb und orange den ganzen Sommer bis in den Oktober. Die Heilkraft der Ringelblume ist schon seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Damals wurde sie als Gegenmittel für vergiftete Speisen empfohlen. Heutzutage ist die „Ringelblumen-Salbe“ die am geläufigste Anwendungsform. Sie wirkt entzündungshemmend und beschleunigt das Wachstum neuer Haut. Ein Tee aus Ringelblumen hilft gegen Magenbeschwerden, Kopfschmerzen und Einschlafstörungen.

Tier des Jahres 2008 (Schweiz) – gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)

Im Jahr 1909 gründeten Vertreter einer Naturschutzkommission den Schweizerischen Bund für Naturschutz (SBN) – heute Pro Natura – um die Idee eines Nationalparks in der Schweiz zu verwirklichen. Die Naturschutzpioniere wollten Raum schaffen für die von Industrialisierung und Fremdenverkehr bedrängte Natur. Pro Natura erhebt seit dem Jahr 2000 das Tier des Jahres für die Schweiz.

(Wild-) Tier des Jahres 2008 – Wisent (europäischer Bison) (Bison bonasus)

Im Laufe der Jahre folgten immer mehr Naturschutzorganisationen dem erfolgreichen Beispiel des Bundes für Vogelschutz. Mit zu den bekanntesten Auszeichnungen gehört das „(Wild-) Tier des Jahres“. Im Prinzip verfolgen alle Organisationen damit das gleiche Ziel: Ein Jahr lang wird das ausgezeichnete Individuum in den Mittelpunkt der Aktivitäten und der Berichterstattung gestellt.

(Wild-) Tier des Jahres 2007 – Elch (Alces alces)

Der Elch gehörten vor 2.000 Jahren in Germanien zu einer weiterverbreitete Tierart. Seinen Lebensraum, Sümpfe, Moore und ausgedehnte Wälder gab es im Übermaß. Später wird im Nibelungenlied von einer Elchjagd Siegfrieds im Odenwald berichtet. 1746 soll der vorerst letzte deutsche Elch in Sachsen erlegt worden sein. Der Elch galt somit in Deutschland als ausgerottet. Alle Wiederansiedlungsversuche der letzten 150 Jahre schlugen regelmäßig fehl. Das stark zersiedelte Land konnte den äußerst mobilen Tieren einfach keinen zusammenhängenden Lebensraum mehr bieten. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, dass es in Deutschland seit ca. 20 Jahren wieder Elche gibt. Meist handelt es sich um einzelne Individuen die in den Grenzgebieten zu Polen und Tschechien gesichtet werden. Der Elch steht als Rückkehrer in einer Reihe mit Bär, Wolf, Luchs und Co.

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Vogel des Jahres 2007 – Turmfalke (Falco tinnunculus)

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist der häufigste Falke in Mitteleuropa. Man kann ihn an Kirchtürmen, an höheren Gebäuden, Brücken und Masten, aber auch in der freien Natur beobachten.  Der Vogel des Jahres 2007 steht für den Lebensraum Stadt und die Notwendigkeit, an Gebäuden Nistmöglichkeiten zu erhalten oder zu schaffen. Er steht aber auch für die landwirtschaftlich genutzten Flächen und zeigt an, wo es noch Lebensraum für Mäuse und anderes Kleingetier gibt.

(Wild-) Tier des Jahres 2006 – Seehund (Phoca vitulina)

 

Vogel des Jahres 2006 – Kleiber (Sitta europaea)

 

Insekt des Jahres 2005 – Steinhummel (Bombus lapidarius)

Das Insekt des Jahres wird seit dem Jahr 1999 jährlich durch ein gemeinsames Kuratorium des Deutschen Entomologischen Institutes und der in Braunschweig ansässigen Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft ausgerufen. Nicht unwesentlich ist dabei die Wirkung von Insekten auf Menschen und Lebensräume. So werden in der Regel meist sehr auffällige oder interessante Arten, die über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügen, gewählt. Man bemüht sich bei der Auswahl eine Brücke zwischen Experten und der Allgemeinheit zu schlagen, um so ein großes Publikumsinteresse zu wecken.

Tier des jahres

Tier des Jahres 2005 (Schweiz) – Zauneidechse (Lacerta agilis)

 

(Wild-) Tier des Jahres 2005 – Braunbär (Ursus arctos)

 

Vogel des Jahres 2005 – Uhu (Bubo bubo)

 

Insekt des Jahres 2004 – Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus)

 

Natur des Jahres

Vogel des Jahres 2004 – Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

 

(Wild-) Tier des Jahres 2003 – Wolf (Canis lupus)

O-Ton der staatlichen Wildtiermanagern: „Bayern ist ein Wolfs-Erwartungsland…..“
Ende 2009 wanderte ein junger Wolfsrüde, von Süden kommend, in das Mangfalltal nördlich des Tegernsees ein. Das Tier konnte in dem Gebiet über einen Zeitraum von ca. 15 Monaten beobachtet werden. Nach dem verhängnisvollen Chaos um Bruno, dem Braunbären, wollten alle staatlichen Stellen in Oberbayern beweisen, dass sie zu einem naturgerechten Wildtiermanagement fähig sind.
Wer in freier Wildbahn einen Wolf zu Gesicht bekommt, sollte zwei Dinge tun:
1. Die Ruhe bewahren,
2. schnell Lotto spielen–die Chancen auf einen Hauptgewinn stehen gut.
Die größte Wahrscheinlichkeit in Deutschland Wölfe in freier Wildbahn anzutreffen bestehen in Brandenburg. Hier gibt es einige Rudel an der Grenze zu Polen, sowie in den ehemaligen Tagebergbaugebieten der Niederlausitz. Bundesweit leben ca. zwei Dutzend Wölfe in freier Wildbahn.

Heilpflanze des Jahres 2002 – echte Kamille (Matricaria recutita)

Seit 1990 werden auch Kräuter und Pflanzen, die in der Volksmedizin ihren festen Platz haben, ausgewählt. Die Wahl zur Heilpflanze des Jahres soll die Bedeutung der Pflanzen in der Medizin und ihre pharmazeutische Nutzung betonen.
Die Kamille ist sicherlich einer de bekanntesten Vertreter ihrer Art. Sie ist eine alte Heilpflanze, die vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden und bei Entzündungen Verwendung findet. Außerdem wurde die Echte Kamille wurde vom Verband Deutscher Drogisten (VDD) im Jahre 1987 zur ersten Arzneipflanze des Jahres gekürt. Sie wächst auf Äckern und auf Ödland, bevorzugt auf frischen, nährstoffreichen, meist kalkarmen, eher humosen Lehm- und Tonböden.

(Wild-) Tier des Jahres 2002 / 1994 – Rotwild (Cervus elaphus)

 

Vogel des 2002 – Haussperling (Passer domesticus)

 

(Wild-) Tier des Jahres 2001 – Feldhase (Lepus europaeus)

 

Insekt des Jahres 2001 – Der Plattbauch (Libellula depressa)

Eine der in Deutschland am meisten verbreiteten Großlibellen. Namensgebend ist ihr deutlich abgeflachter Bauch und Hinterleib an dem sich die Tiere von Blaupfeil- und Vierfleck-Libellen unterscheiden lassen. den Auf dem Foto handelt es sich um ein gerade geschlüpftes Exemplar, bei dem sich das Geschlecht noch nicht eindeutig bestimmen lässt. Erst im Verlauf der kommenden Monate tritt bei den männlichen Tieren die charakteristische Blaufärbung des Hinterleib durch Wachsablagerungen in Erscheinung.

Haubentaucher (Podiceps cristatus), Naturschutzgebiet Ilkerbruch (24. April 2011; 17:19 Uhr)

Vogel des Jahres 2001 – Haubentaucher (Podiceps cristatus)

 

Insekt des Jahres 2000 – goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata)

 

Vogel des Jahres 2000 – Rotmilan (Milvus milvus)

 

(Wild-) Tier des Jahres 1999 – Fischotter (Lutra lutra)

Größere, zusammenhängende Fischotter-Populationen findet man in freier Natur nur noch in den östlichen Bundesländern. Im übrigen Deutschland sind die Tiere bis auf einzelne Individuen nicht mehr vertreten. Tierschützer bemühen sich Lebensräume an Flußufern zu schaffen, die für Fischotter geeignet sind. Eine Besiedlung der Gebiete erfolgt von Osten kommend ohne weiteres zu tun. Grundlagenarbeit hierfür leistet unter anderem die Aktion Fischotterschutz e.V. in Hakensbüttel (Niedersachsen).

Vogel des Jahres 1997 – Buntspecht (Dendrocopos major)

Dem Anlocken der Weibchen in der Balzzeit, sowie der Revierabgrenzung dient das charakteristische „Trommeln“. Eine sehr schnelle, bis 2 Sekunden dauernde Folge von 10–15 Schnabelschlägen. Die Balzzeit beginnt bereits im Februar eines Jahres, sobald die Bruthöhle bezugsfertig ist. Auch die Weibchen lassen Trommelwirbel erschallen, wenn sie sich im Revier eines Männchens befinden, um damit auf sich aufmerksam zu machen.

Vogel des Jahres 1996 – Kiebitz (Vanellus vanellus)
Kibitze sind Bodenbrüter, um ihre Jungtiere großzuziehen, brauchen sie Wiesenflächen oder niedrige Grasflächen die zwischen März und September nicht gemäht, oder in anderer Weise vom Menschen genutzt werden. Südlich von Freising sind zahlreiche Flächen zum Schutz der Bodenbrüter ausgewiesen. Größere Gruppen von einigen Hundert Vögeln können hier im Frühling und Sommer eines jeden Jahres beobachtet werden.
Vogel des Jahres 1994 / 1984 – Weißstorch (Ciconia ciconia)
Vogel des Jahres 1993 – Flußregenpfeifer (Charadrius dubius)
(Wild-) Tier des Jahres 1993 – Wildkatze (Felis silvestris)

Das größte Problem für die Wildkatze ist die immer intensivere Nutzung der Landschaft durch Verkehr, Siedlungsgebiete und Landwirtschaft. Dadurch werden die Tiere auf wenige Restlebensräume zurückgedrängt. Diese letzten Rückzugsgebiete liegen weit voneinander isoliert. Die dort lebenden, vereinzelten Wildkatzenpopulationen sind sehr klein und entsprechend anfällig gegen Inzucht und Krankheiten. Besonders die Nationalparks Bayerischer Wald, Hainich und Harz bemühen sich intensiv für die Auswilderung und Wiederansiedlung von Wildkatzen in Deutschland. Charakteristisch für eine Wildkatze ist der kompakte Körperbau und der mehrfach quergestreifte Schwanz.

Tier des Jahres 1992 – Fledermaus (Microchiroptera)
hier: Zweifarbenfledermaus (Vespertilio murinus)
Seit 1992 wählt die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild eine besonders bedrohte, oder in Deutschland nicht mehr frei lebende Art, zum „(Wild-)Tier des Jahres“. Auch hier versuchen die Initiatoren mit Hilfe von Aktion und Öffentlichkeitsarbeit das Interesse der Bevölkerung ein Jahr lang auf diese Tierart zu lenken. Der erste Kandidat war die Fledermaus.
Vogel des Jahres 1992 – Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
Vogel des Jahres 1983- Uferschwalbe (Riparia riparia)
Vogel des Jahres 1992 – Rebhuhn (Perdix perdix)
Das Rebhuhn ist in Mitteleuropa heute überwiegend auf Brachflächen anzufinden. Eigentlich ist der Steppenvogel auf Steppen, Waldsteppen und Heidegebiete beheimatet gewesen. Erst umfangreiche landwirtschaftliche Nutzung machte das Rebhuhn zum Kulturfolger. Zum Schutz des Rebhuhns sind Extensivierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft unumgänglich. Kleinparzelligere Ackerflächen mit Feldrainenund einem ausreichendem Angebot an Nahrungspflanzen und Insekten, weniger Einsatz von Düngemitteln, Herbiziden und Insektiziden schaffen den benötigten Lebensraum . Auch eine Erhöhung des Brachflächenanteils – oder einfach nur der längerer unberührtere Verbleib von abgeernteten Flächen- käme ihm zugute.

 

Vogel des Jahres 1982 – Großer Brachvogel (Numenius arquata)

Auf den geschützten Wiesen des Freisinger Moos kann man diese Schnepfenart von April bis Oktober regelmäßig beobachten. Der hohe Siedlungsdruck in der Region hat bei den Vögeln die Fluchtdistanz stark anwachsen lassen, so dass es schwer sich den Tieren auf weniger als 100m zu nähern. Der große Brachvogel gilt als eine der Arten, die vom Klimawandel besonders betroffen sein wird. Ein britisches Forschungsteam, dass die zukünftige Verbreitungsentwicklung von europäischen Brutvögeln auf Basis von Klimamodellen untersuchte, geht davon aus, dass das Verbreitungsgebiet der Vögel bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um mehr als vierzig Prozent schrumpfen und sich weiter nach Norden verschieben wird. Als mitteleuropäischer Brutvogel bleibt seine Art voraussichtlich erhalten, doch verringert sich sein Bestand erheblich.
Vogel des Jahres 1980 – Birkhuhn (Lyrurus tetrix oder auch Tetrao tetrix)

Vogel des Jahres 1979 – Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
Die häufigste in Europa anzutreffende Schwalbenart. Eindeutiges Erkennunbgsmerkmal: Der rot gefärbte Kehlsack und das schwarz-glänzende Fluggefieder.
Vogel des Jahres 1978 – Kranich (Grus grus)
Vogel des Jahres 1977 – Schleiereule (Tyto alba)
Vogel des Jahres 1974 – Mehlschwalbe (Delichon urbicum)


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