Seeadler im Naturschutzgebiet Barnbruch / Ilkerbruch

addultes Tier im Vorbeiflug

addultes Tier im Vorbeiflug

Aufnahmedatum 26.12.2008, 16:15 Uhr, Entfernung zum vorbei fliegenden Seeadler ca. 80 -100m, Nikon D200, Brennnweite 600mm, Empfindlichkeit: ISO 320, Blende: 5,6; Belichtungszeit 1/500sec
In der Mitte des 17. Jahrhundert begann die intensive Verfolgung der Seealder. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren sie in weiten Teilen Europas ausgerottet, die westlichsten Vorkommen gab es zu dieser Zeit in Mecklenburg, Vorpommern und der Mark Brandenburg. Auch die Vorkommen in Nordeuropa waren bis auf kleine Reste verschwunden.
Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Anfang des 20. Jahrhundert wurden einheitliche Bestimmungen zum Schutz der Seeadler eingeführt. Die Bestände zeigten durch die Jagdverschonung deutliche Zuwächse. In dieser Zeit wurden wieder die weiter westlich liegende Regionen zwischen Schleswig-Holstein und dem heutigen Sachsen-Anhalt besiedelt.
Seeadler Naturschutzgebiet Barnbruch

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In den 50er und 60er Jahren kam es jedoch zu einer rapiden Abnahme der Bestände, da die Vögel kaum noch Nachwuchs bekamen. Dies lag an den Folgen der Verwendung von DDT. Das häufig eingesetzte Insektizid reicherten sich über die Nahrungskette in den Körpern der Tiere stark an und führte beim Seeadler und anderen Greifvögeln zu sehr dünnen Eierschalen. Die Eier zerbrachen während der Brut oder starben ab.

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Mit dem Verbot von DDT ab Anfang der 70er Jahre erholten sich die Bestände wieder, seit 1990 zeigen viele Populationen, ein sehr starkes Wachstum. So stieg die Zahl der Brutpaare in Deutschland von 185 im Jahr 1990 auf 575 im Jahr 2007.
Das Gebiet rund um den Ilkerbruch wird seit 2005/06 von einem Seeadlerpärchen als Jagdrevier permanent genutzt. Die Tiere sind ihrem Standort treu und lassen sich fast täglich beobachten. 2010/11 kam es zu einer einschneidenden Veränderung. Das männliche Tier wurde westlich von Berlin verendet aufgefunden. Untersuchungen ergaben, dass das Tier an einer starken Bleivergiftung litt. Fast übergangslos konnte man im Ilkerbruch die Anwesenheit eines neuen männlichen Tiers beobachten. Das Revier wurde sofort neu besetzt.
Seeadler

junger Seeadler am Rand des Feuchtgebiets

27. Dezember 2011, 10:13 Uhr Aufnahmeentfernung ca. 550m, extremes Gegenlicht, Nikon D-3100, Brennweite 600mm, Belichtungszeit 1/320sec, Blende 5,6
Im Frühjahr/Sommer 2011 vermehrten sich die Anzeichen, dass das Pärchen erfolgreich mit der Brut und der Aufzucht von Jungvögeln begonnen hatten. Seit Herbst 2011 lässt sich ein Jungvogel regelmäßig im Ilkerbruch beobachten.
Die IUCN  International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) hat den Seeadler bis 1993 als „gefährdet“ geführt, 1994 wurde die Art wegen der Bestandszunahmen auf „gering gefährdet“ und 2005 auf „nicht gefährdet“ heruntergestuft. Bestandsschätzungen gehen derzeit weltweit von bis zu 12.000 Brutpaaren aus.

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