Zahl toter Seehunde an der Nordsee steigt weiter – Grund für Robbensterben noch unklar

Seit Tagen häufen sich die Meldungen, dass an den Küsten der Nordsee vermehrt verendete oder todkranke Robben angespült werden.

Man muss davon Ausgehen, dass es zu einer dritten großen Virusepidemie innerhalb von nur 25 Jahren kommen wird. Bei dem letzten großen Ausbruch im Jahr 2002 verendeten knapp  22 000 Tiere, 1988 waren es rund 18 000. Waren in der Vergangenheit (Seehund-) Staupe und Influenzaviren für das Massensterben der Tiere verantwortlich, ist die Ursache diesmal noch nicht abschließend geklärt. Die Duplizität der Symptome legt den Verdacht nahe, dass es sich wieder um eine Virusinfektion handelt.

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Seehunde und Kegelrobben ruhen sich nach der Jagd gerne auf den Sandbänken im Wattenmeer aus . Die Tiere liegen zum Teil dicht gedrängt, so das ein Krankheitserreger sich leicht verbreiten kann.

Die Robben der Nordsee haben durch Anreicherung von Giftstoffen in ihren Körpern ein stark belastetes Immunsystem, dass sie für virale Erkrankungen besonders empfindlich macht. Für die Herkunft des Staupevirus (CDV) wurden in den letzten Jahren primär die Abwässer aus Nerzfarmen und Einschleppung durch Sattelrobben aus arktischen Gewässern als Ursache in Betracht gezogen.

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Waren in der Vergangenheit (Seehund-) Staupe und Influenzaviren für das Massensterben der Tiere verantwortlich, ist die Ursache diesmal noch nicht abschließend geklärt. Die Duplizität der Symptome legt den Verdacht nahe, dass es sich wieder um eine Virusinfektion handelt. Die Robben der Nordsee haben durch Anreicherung von Giftstoffen in ihren Körpern ein stark belastetes Immunsystem, dass sie für virale Erkrankungen besonders empfindlich macht.

Die aktuelle Situation stellt für die Experten der „Schutzstation Wattenmeer“ keine Überraschung da. Die Belastungsproblematik hat sich nicht wesentlich geändert und die Seehundpopulation ist nicht mehr immun gegen eine Virusinfektion. Seit Jahren haben die bereits davor gewarnt, das es wieder zu einer Epidemie kommen könnte.

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Entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste sind seit Anfang Oktober ca. 230 tödlich infizierte Robben aufgefunden worden. Die Tiere wurden an den Stränden der Inseln Helgoland, Sylt, Amrum und Föhr entdeckt. Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchen in Büsum an mehreren Kadavern von verschiedenen Standorten, ob Staupe- oder Influenzaviren dabei eine Rolle spielen. Als gesichert gilt, dass Influenzaviren in der Robbenkolonie vor der dänischen Ostseeinsel Anholt nachgewiesen wurden, wo seit August rund 200 der dort lebenden 1500 Seehunden tot entdeckt worden waren.

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Seit ca. 60 Jahren gelten Seehunde und Robben als gestützte Art und dürfen ganzjährig nicht gejagt werden. Ihre Angst vor dem einstigen Gegner hat erstaunlich nachgelassen.

 

Anmerkung:

Alle hier gezeigten Aufnahmen entstanden – vor Ausbruch der Krankheit-  im August 2014 nahe der westfriesischen Insel Texel (Niederlande) im Wattenmeer.

Robbensterben

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